In der 3. Qualifikationsrunde der UEFA Conference League setzte sich Jablonec am Mittwochabend mit 2:1 gegen Riga FS durch. Die Gäste hatten das Spiel lange unter Kontrolle, bevor Riga in der Schlussphase noch einmal zulangte. Letztlich reichte es nicht für einen Auswärtssieg, aber der Treffer änderte wenig an der Tatsache, dass die Böhmen die Partie kontrolliert haben.
Interessant wird es, wenn man sich die ersten zwanzig Minuten ansieht. Sedlacek traf bereits in der vierten Minute und schickte die Gäste in Führung. Nebyla erhöhte dann per Elfmeter auf 2:0, bevor Riga überhaupt richtig in den Kampf kam. Die Gastgeber verloren völlig den Faden und sahen sich mit einer Situation konfrontiert, die sie nicht kannten.
Und dann kam die Antwort. Lipuscek reduzierte in der 49. Minute den Rückstand, und auf einmal war das Spiel offen. Riga ging ins Risiko, drückte den Gegner in die eigene Hälfte. Die Statistik zeigt das: 118 Angriffe gegenüber 76, 58 Prozent Ballbesitz. Aber viele Schüsse mit einem Tor bedeuten, dass die Chancen verpfändet wurden.
Nebenbei fiel auf, wie sich das Spiel veränderte, als Filipović in der 83. Minute die rote Karte sah. Bis dahin hatte Riga bereits vier gelbe Karten gesammelt, gegen nur eine bei den Gästen. Der Platz war schwer geworden, und plötzlich war ein Spieler weniger. Die Substitute kamen, aber das Momentum hatte sich bereits gewendet.
Schießzahlen sagen viel über eine Begegnung aus. Riga traf achtmal ins Ziel, Jablonec nur zweimal. Doch Genauigkeit allein entscheidet nicht. Die Gäste brauchten nicht viel, um das Ergebnis zu sichern. Fünf Eckbälle standen zu Buche, während die Gastgeber nur vier erhielten. Ein Unterschied, der die Dominanz zeigt.
Was das bedeutet, sieht man in der Vergangenheit. Vor zwei Wochen unterlag Riga in Tschechien mit 0:2. Am Sonntag zuvor gab es ein 6:1 gegen Grobinja. Solche Schwankungen kennzeichnen eine Mannschaft, die noch nicht gefunden hat, wie sie konsistent spielen will. Die Punkte reichten für nichts, aber der Kampf war da.