Estadio Riazor
Wer in A Coruña vom Riazor spricht, denkt zuerst an den 14. Mai 2000. An jenem letzten Spieltag bezwang Deportivo im eigenen Stadion Espanyol vor bis zu 41.000 Zuschauern und wurde zum einzigen Mal in seiner Geschichte spanischer Meister – die Rekordkulisse des Stadions gehört bis heute zu diesem Nachmittag.
Seine markante Silhouette erhielt das Riazor 1982, zur Weltmeisterschaft: An den Längsseiten entstanden zwei zweistöckige Tribünen mit seilgestützten, segelförmigen Dächern. Drei Gruppenspiele trug die Stadt aus, darunter das 5:1 zwischen Polen und Peru. Ende der Neunziger folgte der nächste Eingriff – die Laufbahn verschwand, an den kurzen Seiten wuchsen neue Tribünen, aus dem Leichtathletikoval wurde ein reines, durchgehend bestuhltes Fußballstadion. Zwischen 2015 und 2018 musste die gealterte Dachkonstruktion saniert werden: Stahlgerüst und Fassade wurden erneuert, über 700 Tonnen Metall mit Brandschutz und neuer Farbe behandelt. Seit 2024 liegt zudem ein neuer Hybridrasen im Riazor.
Von 2017 bis 2025 trug die Arena zusätzlich den Namen Estadio Abanca-Riazor, nachdem die galicische Bank dem Verein half, seine Schulden umzuschulden – offiziell heißt sie weiterhin Estadio Municipal de Riazor. Geschichte war hier schon lange vor den großen Umbauten geschrieben worden: 1947 trafen sich Real Madrid und Espanyol im Pokalfinale. Und an einem Regenabend im August 1983 gehörte der Rasen nicht dem Fußball, sondern Miguel Ríos und Luz Casal, die vor 18.000 durchnässten Zuschauern das erste große Rockkonzert der Stadt gaben.