Regenboogstadion
Am 18. August 1957 endete hier die Straßen-Weltmeisterschaft, Rik Van Steenbergen überquerte als Erster die Ziellinie, und nach dem Regenbogentrikot des Weltmeisters hieß der Bau fortan Regenboogstadion. Das erste Fußballspiel war da bereits gelaufen, einen Tag vorher.
Bis dahin hatte die Stadt einige Mühe mit dem Untergrund. Das Grundstück in den De Keukelmeersen war 1952 gekauft worden, der Boden dort war nass; ohne umfangreiche Entwässerung und eine Aufschüttung wäre auf dieser Wiese nichts zu bauen gewesen. Entstanden ist dann ein Oval: eine Bahn für Rad- und Leichtathletikwettbewerbe rund um das Spielfeld, eine einzige kleine Sitzplatztribüne, hinter den Toren Stehränge.
In dieser Form erlebte der Platz seinen bekanntesten europäischen Abend. Am 27. November 1985 trennte sich KSV Waregem im UEFA-Pokal 1:1 von der AC Mailand, vor knapp 20.000 Zuschauern. Im Rückspiel warfen Mailänder Anhänger Gegenstände aufs Feld, auch das gehört zur Erinnerung an diese Begegnung.
Die Bahn verschwand zwischen 2014 und 2018. Süd- und Nordtribüne wurden neu gebaut, dazu eine Ecke für Ehrengäste, und aus dem offenen Oval wurde eine geschlossene Schüssel. Hauptnutzer war von 1957 bis 2001 KSV Waregem, seit der Fusion mit Zultse VV spielt hier SV Zulte Waregem, das 2006 und 2017 den belgischen Pokal gewann. Racing Waregem trägt gelegentlich Partien mit erhöhtem Risiko in diesem Stadion aus.