Urbano Caldeira
Gebaut hat sich Santos diesen Platz selbst: Eine Kommission von Vereinsdirektoren — Luiz Suplicy Júnior, Harold Cross, Sebastião Arantes Nogueira und Francisco Viriato Corrêa da Costa — kaufte das Gelände von der Companhia Santista de Habitações Econômicas, im Viertel Vila Belmiro. Der Name des Viertels blieb am Bauwerk hängen, auch nachdem es am 24. März 1933 offiziell nach Urbano Caldeira benannt wurde, einem früheren Spieler, Trainer und Förderer, der wenige Wochen zuvor gestorben war. Im Sprachgebrauch heisst der Platz bis heute Vila Belmiro.
Am 20. September 1964 drängten sich 32.989 Zuschauer zum Spiel gegen Corinthians herein; in der ersten Halbzeit gab ein Teil einer Tribüne nach, die Partie wurde beim Stand von 0:0 abgebrochen.
Am 2. Oktober 1974 bestritt Pelé hier sein Abschiedsspiel. Knapp fünf Jahrzehnte später, im Januar 2023, wurde er an derselben Stelle 24 Stunden lang öffentlich aufgebahrt. Seit 2003 ist im Stadion ausserdem das Vereinsmuseum Memorial das Conquistas untergebracht.
Grosse Endspiele sah der Platz selten, aber wiederkehrend: das Rückspiel der Copa Libertadores 1962 gegen Peñarol, das Hinspiel der Copa CONMEBOL 1998 gegen Rosario Central, das Hinspiel der Copa do Brasil 2010 gegen Vitória. Für die Weltmeisterschaft 2014 war Vila Belmiro kein Spielort, diente aber als Trainingsquartier. Sein heutiges Gesicht bekam das Stadion beim Umbau 1997, der eine vierte Tribüne hinzufügte, rund 4.000 Plätze brachte und dem Spielfeld eine rechnergesteuerte Bewässerung und Drainage unter dem Bermudagras der Sorte Celebration verschaffte.