Dream gewinnt das Derby mit eigener Rechnung
Am vierten Oktober bezwang die Atlanta Dream die New York Liberty Women in der WNBA mit 92:82. Die Gastgeberinnen lagen mit 16 Punkten Vorsprung am höchsten, die Gäste kamen nie über sechs hinaus. Es war der zweite Sieg in Folge gegen den Erzrivalen aus New York, beide Begegnungen fanden im September statt. «Die steckte die Abwehr», wie es im Sportjargon heisst, und liess sich nicht beirren.
Interessant wird es bei den Zahlen. Atlanta warf zehn Dreier und erzielte 32 Punkte aus Balleroberungen, New York warf elf Dreier, holte aber nur 14 Punkte aus den Fehlern der Gegnerinnen. Die Liberty hatte 21 Fehler, die Dream nur 13. «Fanden nie ins Spiel», könnte man sagen, doch der Fakt ist: Die Gäste zückten nach der Pause mehrfach Gelb, weil sie die Ruhe nicht fanden.
Wir hatten die Gastgeberinnen im Voraus genannt, mit 56 Prozent Sicherheit. Der Vorhersagetest fiel klar aus. «Der Eigengewächs der Taktik» — die Defense der Dream liess nichts anbrennen, während die Liberty mit 0 Fast-Break-Punkten nicht richtig in den Rhythmus kam. Nebenbei: Atlanta holte 12 Second-Chance-Punkte, New York nur sieben.
Die Tabelle ändert sich wenig, doch die Stimmung verschiebt sich. Atlanta steht auf Platz eins mit 30 Siegen und 14 Niederlagen, New York auf Platz vier mit 26:18. Beide Teams haben 44 Spiele absolviert, der Abstand von vier Siegen spricht für sich. «Der Eigengewächs traf beim ersten Einsatz» — so klingt es, wenn man die letzten fünf Spiele der Dream betrachtet: vier Siege in Folge.
Was bleibt, sind die 92 Punkte der Atlanta, die 82 der New York und die Erkenntnis, dass solche Spiele nicht durch Statistik entschieden werden, sondern durch drei, vier Momente. Die Dream hat die Negativserie der Liberty beendet, und das, obwohl die Gäste in der vergangenen Woche gegen Minnesota und Toronto gewonnen hatten. «Kamen zurück ins Spiel», doch zu spät.