Babar Azam: Talfahrt eines Ausnahmebatsmans
In Edgbaston kämpft sich Babar Azam mühsam durch Overs von Robinson, Archer und Atkinson – seit seinem Traumjahr 2022 fehlt ihm die alte Stärke.
Beim Test in Edgbaston stand Pakistans Innings am Vormittag bereits auf der Kippe. Nach 45 gespielten Minuten waren drei Bälle gefallen, das Flutlicht brannte, dunkle Wolken zogen über den Platz, vereinzelt fielen Tropfen.
Robinson lief von der einen Seite an, der Wicketkeeper stand dicht am Schläger, dahinter fünf Slips in einer Reihe. Am anderen Ende war Jofra Archer im vierten Over seines Spells. In diese Lage kam Babar Azam zum Schlagen.
Robinsons ersten Ball ließ er unschlüssig passieren, den zweiten verfehlte die Außenkante knapp, den dritten spielte er über square leg zu den ersten beiden Feldspielern. Im nächsten Over schlug er an einem kurzen Ball von Archer vorbei, ohne ihn zu treffen. Gegen Gus Atkinson wurde er zweimal überspielt, ehe ein Kantenball ihm einen weiteren Lauf brachte.
Vor nicht allzu langer Zeit zählte Babar zu den besten Schlägern des Spiels. In acht Tests des Jahres 2022 erzielte er 196 gegen Australien in Karachi, 119 gegen Sri Lanka in Galle, 136 gegen England in Rawalpindi und 161 gegen Neuseeland, wieder in Karachi. Er beendete das Jahr mit einem Test-Schnitt von 49, Rang drei der Weltrangliste, und wurde von der ICC zum Cricketer of the Year gewählt.
Seither ist ihm kein Test-Century mehr gelungen. In seinen letzten 20 Tests liegt sein Höchstwert bei 88, sein Schnitt bei 29.
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