Caen und Hyères-Toulon trafen am Freitagabend im Pro B aufeinander, und die Gastgeber gewannen mit 90:77. Es war ein Spiel, das auf den ersten Blick nach einem klaren Favoritengeschenk aussah. Die Gäste standen auf dem zwölften Platz, die Gastgeber auf dem siebzehnten. Doch dann passierte etwas anderes.
Was die Gäste nicht sahen, war der Schwung, den die Gastgeber mitbrachten. Fünf Siege in Folge hatte Caen vor diesem Spiel auf dem Konto. 79:77 gegen Angers, 115:111 gegen Saint-Chamond, 95:91 gegen Aix-Maurienne. Der letzte Ausfall lag Monate zurück. Interessant wird es, wenn man betrachtet, wie dieser Momentum einen Unterschied macht, selbst wenn die Tabelle anders aussieht.
Hyères-Toulon hatte zuletzt nur einen Niederlage verbucht, 75:81 gegen Poitiers im Mai. Ansonsten ging es aufwärts. 81:68 gegen Fos-Provence, 103:97 gegen La Rochelle. Aber die Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Nebenbei: Die Gastgeber spielten nicht defensiv, sie spielten offen. Und das passte zu ihrer Form.
Am Ende stand 90:77. Ein Unterschied von dreizehn Punkten, der in diesem Fall nicht für Überlegenheit spricht, sondern dafür, dass man den Gegner nicht unterschätzt hat. Unsere Prognose lag daneben. Wir hatten einen Sieg der Gäste mit fünfundfünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit vorhergesagt. Der Grund war einfach: die Tabelle. Aber die Tabelle zeigt nicht, wer gerade besser spielt.
Für Caen bedeutet die Niederlage von Hyères-Toulon nichts an der Tabelle. Beide Mannschaften haben bereits dreiunddreißig Spiele absolviert. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass fünf Siege in Folge mehr wert sind als eine Position höher in der Rangliste. Und dass man auf die Gastgeber nicht herabschauen sollte, wenn sie so spielen.