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Football-Leaks-Gründer Rui Pinto lebt unter neuer Identität

Der Hacker, der 2015 Football Leaks gründete, wurde verurteilt und lebt heute im Zeugenschutz. Seine Enthüllungen belasten weiterhin Manchester City im Fair-Play-Verfahren der Premier League.

Rui Pinto auf einem Dach nach Identitätswechsel
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Rui Pinto, glühender Anhänger des FC Porto, hat seine Identität gewechselt. Der Mann, der 2015 unter dem Pseudonym „John" das Portal Football Leaks gründete, lebt inzwischen unter Polizeischutz an einer geheimen Adresse.

Pinto war damals 25, hatte Geschichte studiert und sich das Hacken selbst beigebracht. Er drang in die Datensysteme von Klubs, Spielern und Verbänden ein und veröffentlichte Millionen vertraulicher Dokumente und E-Mails. Die Folgen reichten weit über den Fußball hinaus: mutmaßliche Steuervergehen von Cristiano Ronaldo und José Mourinho kamen ans Licht, Gehälter tausender Profis wurden bekannt, dazu zweifelhafte Praktiken der FIFA, die Rekrutierung afrikanischer Kinder für europäische Klubs sowie das finanzielle Doping von Paris Saint-Germain und anderen Vereinen.

Aus diesem Material speist sich bis heute die Untersuchung der Premier League gegen Manchester City wegen 115 mutmaßlicher Finanzvergehen. Die geleakten Unterlagen legten nahe, dass ein Teil der Millioneneinnahmen, die City als Sponsorengeld auswies, in Wahrheit von der Klubeigentümerschaft selbst stammte – getarnt, um die Vorgaben des Financial Fair Play zu umgehen und weiter einkaufen zu können. Über genau diesen Vorwurf will die unabhängige Kommission der Premier League nun ein Urteil fällen.

Pinto selbst wurde 2019 in Budapest festgenommen und nach Portugal ausgeliefert. 2023 verurteilte ihn ein Gericht wegen unbefugten Zugriffs auf Computersysteme und versuchter Erpressung zu vier Jahren Haft. Nach 13 Monaten hinter Gittern kam er frei: Im Austausch gegen Informationen und Passwörter einigte er sich mit der Justiz, die Strafe wurde ausgesetzt. Seither lebt er in einem Schutzprogramm, mit neuer Wohnung und neuer Identität.

Fällt das Urteil gegen Manchester City in den kommenden Wochen, wäre das der bislang gewichtigste Nachhall jener Datenlecks, die Pinto vor elf Jahren losgetreten hat.

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