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Türkei: Schiedsrichter-Präsident Gündogdu in U-Haft

Justizminister Gürlek meldet die Festnahme von MHK-Chef Ferhat Gündogdu und sechs weiteren Personen wegen Einflussnahme auf Schiedsrichter-Ansetzungen.

Schiedsrichter zeigt eine gelbe Karte bei einem Fußballspiel
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Ferhat Gündogdu, Präsident des zentralen Schiedsrichterausschusses MHK im türkischen Fußballverband, sitzt in Untersuchungshaft. Justizminister Akin Gürlek teilte am Dienstag mit, dass Gündogdu und sechs weitere Personen festgenommen wurden.

Die Razzia erstreckte sich laut der Agentur Anadolu über vier Provinzen. Neben Gündogdu wurden sein Stellvertreter und fünf weitere Verdächtige festgenommen. "Es wurden gerichtliche Durchsuchungen an ihren Wohnsitzen, Arbeitsstätten und Büros durchgeführt", erklärte Gürlek auf X.

Der Minister sprach von Vorwürfen der Einflussnahme auf die Erstellung der Schiedsrichter-Klassifizierungen, auf die Ansetzung von Unparteiischen, auf Bewertungs- und Ernennungsverfahren sowie auf Regelprüfungen.

Vor einem Jahr hatte der Disziplinarrat des türkischen Verbands TFF bereits 149 Schiedsrichter wegen Verstoßes gegen das Wettverbot gesperrt, für acht bis zwölf Monate. Eine Untersuchung des Verbands unter 571 Schiedsrichtern der türkischen Profiligen hatte damals ergeben, dass 371 von ihnen Wettkonten besaßen und 152 aktiv wetteten. 22 der betroffenen Schiedsrichter, sieben davon als Feldschiedsrichter und 15 als Assistenten, leiteten Partien der ersten Liga. Weder der Minister noch türkische Medien stellten am Dienstag einen Zusammenhang zwischen diesem Fall und den neuen Festnahmen her.

"Wir werden den Kampf für einen sauberen Fußball entschlossen fortsetzen, damit die Vorwürfe, die das Vertrauen in den türkischen Fußball untergraben, aufgeklärt und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden", kündigte Gürlek an.

Bekanntlich hatte der Wettskandal des Vorjahres bereits gezeigt, wie tief die Zweifel an der Integrität der türkischen Schiedsrichter reichen. Sollte sich ein Zusammenhang mit der Festnahme des MHK-Präsidenten bestätigen, dürfte dies weitreichende Folgen für die Führungsstruktur des türkischen Schiedsrichterwesens haben.

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