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Tuchel nach City-Urteil: „Schlechtes Gewissen“

England gewann 2:0 in Prag gegen Tschechien, doch überschattet wurde der Abend vom Schuldspruch gegen Manchester City – Tuchel äußerte sich dazu.

Porträt des englischen Trainers in grauer Kleidung vor einem Stadionhintergrund
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Manchester City ist am Dienstag von einer unabhängigen Kommission der Premier League in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Der Klub soll zwischen 2009 und 2018 mit Scheinverträgen Einnahmen künstlich aufgebläht und Kosten gedrückt haben. Über die Sanktionen entscheidet eine weitere Anhörung, im Gespräch sind Punktabzug, Zwangsabstieg oder sogar der Ausschluss aus der Premier League. City hat umgehend seine Unschuld beteuert, eine Berufung muss bis zum 2. Oktober eingereicht werden.

Mitten in diese Nachricht platzte für Englands Nationalmannschaft das Spiel gegen Tschechien in Prag. Marc Guehi und Elliot Anderson, beide bei City unter Vertrag, standen trotz des Urteils in der Startelf und gewannen mit 2:0 – Anthony Gordon traf in der 47. Minute, Harry Kane in der 69. Nico O'Reilly fehlte verletzt, Tschechien spielte ab der 25. Minute nach Rot gegen Pavel Šulc in Unterzahl.

Trainer Thomas Tuchel räumte danach ein, mit seinen beiden Spielern vor dem Anpfiff nicht über das Urteil gesprochen zu haben.

„Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen. Ich habe nicht mit ihnen gesprochen, weil ich mich nur darauf konzentriere, was wir hier zu bewältigen haben, und darauf, die Mannschaft vorzubereiten. Ich habe mit ihnen nicht über das Thema gesprochen und werde mich dazu nicht äußern. Ich finde, Marc war heute nach einem harten Spiel gegen Spanien absolut ausgezeichnet. Die Reaktion war auf höchstem Niveau, auch Elliot Anderson hat ein gutes Spiel gemacht“, sagte Tuchel dem Sender BBC Radio 5 Live.

Kapitän Harry Kane hatte von dem Urteil nach eigenen Angaben während des Spiels nichts mitbekommen.

„Um ehrlich zu sein, habe ich von der Nachricht heute wirklich erst nach dem Spiel erfahren. Ich war den ganzen Tag nicht am Handy. Dazu kann ich jetzt nichts sagen. Ich bin sicher, in den nächsten Tagen wird in lockerer Runde darüber gesprochen. Ich sage immer: Wenn wir hier sind, sind wir bei England. Wir haben unseren England-Kopf auf, und die beiden werden sich damit befassen, wenn sie zurück sind. Aus unserer Sicht geht es jetzt nur um Kroatien am Samstag“, sagte Kane.

Auf eine Aussage zur möglichen Rotation gegen Kroatien ließ sich Tuchel nicht festnageln. Zum Reiseplan äußerte er sich dagegen offen: Die Mannschaft bleibt eine weitere Nacht in Prag und reist danach direkt nach Kroatien, ohne Zwischenstopp in England. Dort stehen zwei Trainingseinheiten an, ehe am Samstag das Nations-League-Spiel gegen Kroatien folgt. Tuchel hofft, dass dafür auch O'Reilly und Ezri Konsa einsatzfähig sind.

England steht nach drei Spielen mit 7 Punkten an der Spitze der Gruppe, punktgleich mit Spanien. Kroatien liegt mit 6 Punkten aus drei Partien auf Rang zwei – damit trifft Tuchels Mannschaft am Samstag auf den direkten Verfolger.

Eine Analyse der Partie gegen Tschechien findet sich unter /de/football/event/tschechien-6371-england-2026-09-29_6935089/.

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