epet ARENA
Prag, Tschechien
Früher: Stadion Letná, Toyota Arena, AXA Arena, Generali Arena, Generali Česká pojišťovna Arena, Letná Stadium
Die epet ARENA steht nicht isoliert im Stadtbild. Sie wächst aus dem historischen Kern von Prag heraus, wo sich Sportgeschichte und bürgerliche Architektur berühren. Die Fassade zeigt ein Gerüst aus blauen Stahlträgern, das sich vor die gelb gestrichenen Wohnhäuser lehnt. Daran hängen Schilder für die Zuschauer, wie das für die Gäste, das den Weg zu den Rängen weist.
Was diesen Ort anders macht, als die vielen modernen Arenen in der Stadt, ist die Schichtung seiner Existenz. Der Platz wurde 1917 eröffnet, lange bevor die ersten Autos den Verkehr um ihn herum bestimmten. In den 1960er-Jahren entstand der Beton, der heute die Stufen trägt, und verlieh dem Stadion seine zweigeschossige Form. Das war eine Zeit, in der der Sport in der Tschechoslowakei noch eine andere Färbung hatte als heute, als Sponsorenlogos die Fassade zierten. Ein Brand zerstörte 1934 das originale Holztribüne; der Wiederaufbau in Beton hinterließ die Silhouette, die man heute sieht.
Die Nähe zu den Häusern der Nachbarschaft prägt den Charakter des Ortes. Wenn die Gegner sich auf dem Feld an die Wand spielen lassen, hört man die Geräusche der Straße nicht, aber man sieht die Fenster der umliegenden Gebäude, die den Spielern am Rand zuwinken. Die Zuschauer strömen nicht durch ein riesiges Parkhaus, sondern laufen von den Seitenstraßen heran, vorbei an den Metallgeländern der Zufahrten. Der Rasen ist natürliches Gras, wie es auf den meisten Plätzen in Europa üblich ist, aber hier auf der Letná wuchst es über Jahrzehnte unter einem anderen Himmel.
Die Kapazität schrumpfte mit der Zeit, als die Sicherheit vorrangig wurde. Die 18.349 Plätze sind weniger als die 35.000, die hier vor der Wende Platz fanden. Doch die Atmosphäre bleibt. Im Stadion wird es still, wenn die Abwehrkette ausgehebelt wird, und dann kommen die Schläge aus den Rängen.