Estadio Charrúa
Der Charrúa liegt im Wohngebiet Carrasco am Parque Rivera und trägt genau deshalb ein zweites Gesicht: Er ist so sehr Rugbyplatz wie Fußballstadion. Peñarol Rugby bestreitet hier die Super Rugby Americas, und der Name selbst erinnert an die Charrúa, die indigene Bevölkerung des Landes vor der Kolonialzeit.
1984 als städtische Anlage eröffnet, blieb die Anlage lange ein funktionaler Nebenschauplatz, bis die FIFA über ihr Goal-Programm zweimal Geld hineinsteckte, 2002 und 2006. Rasen und Unterbau wurden komplett erneuert, dazu Tribünen, Kabinen und Flutlicht. Verlegt wurde ein Hybridrasen mit stoßdämpfender Tragschicht, ein System, das sowohl den Anforderungen von World Rugby als auch dem FIFA Quality Programme genügt und damit den doppelten Nutzungszweck des Platzes technisch absichert.
Diese Modernisierung war kein Selbstzweck, sie fiel zusammen mit der Ausrichtung der U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen im November und Dezember 2018 sowie mit dem World Rugby Americas Pacific Challenge. Die höchste bekannte Zuschauerzahl stammt allerdings aus einem Rugbyabend: Am 12. Oktober 2014 setzte sich Uruguay im WM-Play-off gegen Russland mit 36:27 durch, die 14.000 Plätze waren an diesem Abend restlos gefüllt.
Seit 2020 trägt auch Montevideo City Torque seine Heimspiele im Charrúa aus, ab 2026 fest verankert als Stammstadion des Klubs in der Primera División. Damit wandert die Anlage aus ihrer Nebenrolle langsam näher an den Ligaalltag heran, ohne die rugbysportliche Prägung zu verlieren, die sie von den größeren Fußballarenen der Stadt unterscheidet.