Manesch UrGUPS
Jekaterinburg, Russland
Früher: Leninstadion, Metallurg Vostoka, Metallurg, Zentralsportplatz, Jekaterinburg-Arena
Die Arena ist nicht nur ein Ort für Spiele. Was heute als modernes Stadion gilt, wurzelt in einer Epoche der Bescheidenheit und des Zwangs. Die erste Öffnung im Jahr 1957 markierte den Beginn einer neuen Ära für den lokalen Sport. Doch die Form des Gebäudes blieb lange Zeit dieselbe. Nur das Innere passte sich den Anforderungen der Zeit an.
Dann kam die Umgestaltung für die Weltmeisterschaft. Sie veränderte nicht nur die Kapazität, sondern auch das Erscheinungsbild. Die Tribünen wurden erhöht, die Zugänge modernisiert. Die alten Steine wurden hinter einer Fassade aus Glas und Stahl verborgen. Einige der temporären Container, die für das Turnier errichtet wurden, blieben später teilweise erhalten oder wurden entfernt, je nachdem, was der Betrieb erforderte. Die Grenzen zwischen provisorischer Lösung und dauerhaftem Bau verschwammen. Heute ist die Anlage für internationale Wettbewerbe zugelassen. Das reicht für die höchsten Spielklassen in Europa. Doch für die lokalen Fans bleibt es vor allem ein Zufluchtsort.
Die Lage am Rande der Innenstadt bestimmt den Charakter. Man hört die Stadt, wenn die Tore geschlossen sind. Der Wind zieht durch die Gassen, die zum Stadion führen. Es gibt keinen großen Platz davor, nur den Weg. Wer kommt, muss sich bewegen. Die Atmosphäre ist nicht künstlich geschaffen. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Architektur und Alltag. Die Namen haben sich gewandelt, doch der Ort bleibt derselbe. Er war Lenin-Stadion, dann Zentralstadion, später eine Arena. Der Namenwechsel ändert nichts an der Funktion. Er dient nur der Erinnerung. Wer heute hereinkommt, betritt einen Raum, der bereits viele Gesichter gesehen hat. Die Bänke sind hart, die Sicht frei. Es ist kein idealer Ort, aber er ist echt.