Zwölf Karten, ein Punkt – das Derby mit eigener Rechnung
Zabbar St. Patrick und Gzira United trennten sich am Montag in der fünften Runde der Premier League mit einem 0:0. Die Gastgeber hatten den besseren Ballbesitz, die Gäste mehr Schüsse – aber beide Seiten blieben torlos. Wir hatten eine Heimniederlage prognostiziert, die 50-prozentige Sicherheit traf nicht zu. Der Grund lag weniger in der Technik als in der Struktur: ein Spiel, das sich selbst auffrisste.
Die erste Phase verlief ruhig, bis in der 39. Minute B. Borg die erste Gelbe Karte erhielt. Das war der Moment, wo der Rhythmus sich änderte. Nach der Pause brachte Zabbar mit Luisinho einen neuen Spieler, der B. Borg ersetzte – ein Wechsel, der den Druck erhöhen sollte. Stattdessen kamen die Gäste näher. In der 59. Minute sah S. Jovancic die zweite Gelbe Karte, und ab da wurde es enger.
Die Substitutionen kamen wie ein Stapel: 63. Minute für beide Seiten, 68. Minute ein weiterer Einwechslung, 73. Minute Joao Mafra. Der Spielverlauf blieb gleich, nur die Kartenflut wuchs. In der 77. Minute folgte eine weitere Gelbe, ohne dass ein Name genannt wurde. Die Zahlen zeigen es: 143 Angriffe gegen 84, 67 Prozent Ballbesitz versus 33 Prozent – doch die Qualität der Chancen war gleich Null.
Die Statistik ist interessant. Die Gastgeber schossen fünfmal daneben, die Gäste zehnmal. Eins auf Ziel versus drei. Das Verhältnis ist zerrüttet, wenn man bedenkt, dass beide Teams denselben Punkt holten. Die Tabelle sagt mehr aus als der Spielverlauf: Zabbar steht auf Platz 10 mit vier Punkten, Gzira auf Platz 12 mit null Punkten. Vier Spiele, vier Niederlagen – das ist eine Position, die nichts mehr zu verlieren hat.
Die letzten Begegnungen der Gastgeber zeigen eine Mischung aus Sieg und Niederlage: 2:1 gegen Hamrun, 1:1 gegen Hibernians, 1:0 gegen Birzebbuga. Gzira hingegen hatte nur einen Sieg in fünf Spielen, vier Niederlagen. Dieser Punkt könnte der erste sein, der die Talfahrt bremst. Oder er ist nur ein weiterer Stein im Weg.
Am Ende standen zwölf Gelbe Karten, kein Tor. Das Spiel war nicht spannend, aber es war ehrlich. Beide Teams gaben alles, was sie hatten, und bekamen nichts dafür zurück. Vielleicht ist das der Moment, wo man überlegt, ob man weitermacht oder aufhört. Die Entscheidung liegt nicht bei uns.