Ein unerwarteter Abend in Sankt Petersburg
Zenit St. Petersburg verlor am Samstagabend in der dritten Runde der Premier-Liga mit 1:2 gegen Rodina Moskau. Das ändert die Vorstellung, die man von der Heimstärke des traditionsreichen Klubs hatte. Und dann fiel der Ausgleich erst in der 65. Minute.
Maxim Glushenkov hatte Zenit in der 23. Minute in Führung gebracht, als die Gastgeber bereits den Großteil des Spiels dominierten. Wendel erhielt in der 30. Minute die erste Gelbe Karte für das Team von Trainer Sergei Semak. Nebenbei fiel auf, dass Rodina trotz der Rücklage nicht zusammenzubrechen schien.
Interessant wird es in der Halbzeitpause, als Ivan Timoshenko und Ruslan Fishenko für Rodina eingewechselt wurden. Denis Tananeev bekam zur Halbzeitzeit seine Gelbe Karte, bevor die Mannschaften die Seiten wechselten. Zenit setzte seine Dominanz fort, doch Rodina wartete.
Der Wendepunkt kam in der 65. Minute. Aram Gharibyan glich aus, nachdem Felipe Augusto zuvor für Zenit eingewechselt worden war. Das änderte alles, was man bisher gesehen hatte. Rodina spielte nun in Überzahl, wenn man die Taktik betrachtet.
In der Folge tauschten beide Seiten durch. Iker Pozo kam für Rodina, Gustavo Mantuan für Zenit. Artyom Maksimenko wurde in der 84. Minute für Rodina gebracht, Wendel selbst in der 87. Minute für Zenit ersetzt. Die Gastgeber versuchten zu reagieren, fanden aber nie ins Spiel.
Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Zenit hielt 66 Prozent Ballbesitz, Rodina 34 Prozent. Zenit schoss 18 mal, davon 6 aufs Tor, Rodina 6 Schüsse mit 3 auf Ziel. Zenit vergab Chancen, Rodina nutzte ihre wenigen Momente. Interessant wird es, wenn man die Expected Goals vergleicht: 1,59 zu 0,76.
Das Ergebnis bedeutet für Zenit den zweiten Sieg in Folge ist nicht eingetreten, sondern die vierte Niederlage nach vier Spielen. Der Klub steht auf Platz fünf mit zwölf Punkten. Rodina bleibt auf Platz 14 mit vier Punkten, doch der Sieg gegen die Favoriten hat Gewicht. Der Unterschied zwischen Statistik und Spielgeschehen zeigt sich hier deutlich.