Traktor startet mit 1:5-Debakel gegen Lokomotive
Meister Lokomotive lässt Traktor Tscheljabinsk zum Saisonauftakt keine Chance. Trainer Gordon spricht von einer jungen Mannschaft, die Zeit braucht.
Traktor Tscheljabinsk ist mit einer 1:5-Niederlage in die KHL-Saison 2026/27 gestartet. Gegner im Auftaktspiel der Fonbet-KHL war der amtierende Meister.
Das erste Drittel gehörte den Gästen ohne Diskussion. Im zweiten Abschnitt fand Tscheljabinsk zwischenzeitlich besser ins Spiel, ehe zwei Strafzeiten in Folge wegen Puckverlust den Schwung brach weg. Lokomotive erzielte im Powerplay dennoch ein Tor und entschied die Partie danach für sich.
Traktor-Trainer Scott Gordon beschrieb den Verlauf so:
"In diesem Spiel gab es in jedem Abschnitt ein völlig anderes Spiel. Im ersten Drittel dominierte Lokomotive, und wir wirkten verkrampft. Im zweiten gefiel mir, wie wir spielten, bis der Gegner den dritten Treffer erzielte. Danach kassierten wir zwei Zeitstrafen in Folge wegen Puckverlust. Wir haben dieses doppelte Unterzahlspiel fast überstanden, aber der Gegner traf trotzdem. Beim Stand von 1:5 ist es schwer, einen solchen Rückstand aufzuholen. Lokomotive hat sehr klug gespielt und das Spiel gut zu Ende gebracht", sagte Gordon.
Zur jungen Mannschaft fügte er an: "Die Vorbereitungsspiele und die erste Partie der Saison geben mir einen gewissen Eindruck von der Liga. Wir haben eine ziemlich junge Mannschaft. Unsere jungen Spieler brauchen Zeit, um sich einzugewöhnen, ich glaube aber an ihr Potenzial."
Stürmer Michail Grigorenko sprach nach dem Spiel über die Umstellung von Ex-Trainer Benoît Groulx auf Gordon: "Wir haben in der Offensive zu wenige Chancen kreiert, und die Strafzeiten haben uns zusätzlich geschwächt. Ja, die Spielmodelle von Groulx und Gordon unterscheiden sich in vielem. Es ist eine andere Spielauffassung, aber das Niveau des Trainingsprozesses ist von der Intensität her ähnlich. Der Unterschied liegt vor allem im Spiel mit der Scheibe. Es gibt sehr viele andere Anforderungen", sagte Grigorenko.
Kommentator Artjom Batrak wollte aus der Auftaktniederlage keine grossen Schlüsse ziehen, blieb aber zurückhaltend, was die Saison von Tscheljabinsk betrifft:
Lokomotive-Trainer Wladimir Kwartalnow fasste die Partie aus Sicht des Siegers zusammen: "Lokomotive hat gut begonnen und in Führung geführt. Im zweiten Drittel gab es einige Chancen für den Gegner, aber wir haben Tore erzielt, danach wurde es für uns leichter. Das dritte Drittel haben wir ohne Nervosität zu Ende gespielt", sagte Kwartalnow.
Zum 5:1 trug auch der 18-jährige Matwei Kotkow bei, der beim KHL-Debüt sein erstes KHL-Tor erzielte. Tscheljabinsk hatte tags zuvor auf einer anderen Baustelle reagiert: Der Klub verpflichtete den 32-jährigen Stürmer Nikita Soschnikow mit einem Vertrag bis Saisonende, der ihm laut Medienberichten 25 Millionen Rubel beschert.
Für Traktor bedeutet der Fehlstart vor allem eines: Gordon muss seine junge Mannschaft rasch an das eigene Spielsystem gewöhnen, während Verstärkungen wie Soschnikow kurzfristig Erfahrung bringen sollen. Ob das reicht, um gegen Gegner unterhalb des Niveaus von Lokomotive zu bestehen, wird sich in den kommenden Spielen zeigen.
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