Unerwarteter Ausgleich in Istanbul
In der vierten Runde der Süper Lig endete das Spiel zwischen Kasımpaşa und Améd mit 2:2. Die Gastgeber aus Istanbul hatten nach zwanzig Minuten die Führung, doch Améd drehte im zweiten Durchgang. Interessant wird es, wenn man betrachtet, wer die entscheidenden Impulse setzte. Nebenbei fiel auf, dass beide Teams fast identisch viele Luftduelle gewannen — jedes siebzehn Mal.
Der erste Treffer fiel durch Güven Yalçın in der zwanzigsten Minute. Kasımpaşa kontrollierte von da an das Geschehen, ohne es zu zeigen. In der vierzigsten Minute wechselten beide Seiten um, was darauf hindeutet, dass die Trainer früh reagieren wollten. Adrian Benedyczak glich in der fünfzigsten Minute aus. Und dann kam Gift Orban, der Améd in der fünftenundfünfzigsten Minute wieder in Front brachte.
Die Statistik der Gastgeber verbirgt eine gewisse Schwäche hinter der Anzahl der Angriffe. Sieben Schüsse aufs Tor, fünf daneben, dabei nur 0,97 erwartete Tore. Viele Angriffe, aber wenig Effizienz. Améd war mit 0,56 Ballbesitz unkonventioneller, fünfzehnmal weniger Pässe, aber mehr Angriffe insgesamt. Die Chancenverwertung lag bei beiden Teams unter dem, was die Zahlen versprachen.
In der Schlussphase eskalierte die Partie. Zwischen der neunzigsten Minute und dem Ende sammelten sich fünf Gelbe Karten, davon drei für Kasımpaşa. Kerem Demirbay warnte bereits in der siebenundsiebzigsten Minute. Dann folgte eine Welle, die die Ruhe des Spiels zerbrach. Jesurun Rak-Sakyi, Emirhan Boz, Güven Yalçın und David Bates — alle in der Nachspielzeit verwarnt.
Kasımpaşa bleibt mit sechs Punkten auf dem achten Platz, Améd mit sieben auf dem fünften. Der Vergleich der letzten Spiele zeigt, dass beide Teams ähnlich agieren: Kasımpaşa ungeschlagen in vier Runden, Améd mit einer Niederlage. Wir hatten einen Heimsieg mit sechseinhalbzig Prozent Wahrscheinlichkeit gegeben. Der Matchverlauf hat diese Rechnung zunichte gemacht — vor allem durch die Effizienz der Gäste in den entscheidenden Momenten.