Standard Lüttich besiegte RAAL La Louvière am Donnerstagabend im Stade Maurice Dufrasn mit 2:0 in der dritten Runde der Jupiler Pro League. Die Gastgeber dominierten das Spiel über weite Strecken, die Gäste kamen nie richtig ins Spiel. Interessant wird es bei der Frage, warum die Chancen nicht konsequenter genutzt wurden.
Erst in der 68. Minute fand sich die Lösung: S. Drammeh traf zum 1:0, nachdem die Verteidigung von RAAL zu langsam reagiert hatte. Nebenbei fiel auf, dass Standard die Räume zwischen den Linien besser nutzte als in den vergangenen Begegnungen. Die Gäste gaben sich nicht auf, doch ihre Angriffe blieben eher zufällig.
Nur fünf Minuten später folgte die Konsequenz. Drammeh erzielte sein zweites Tor in der 73. Minute und brachte die Partie endgültig in Ordnung. RAAL versuchte noch, das Tempo zu erhöhen, aber die Struktur der Gastgeber ließ keinen Raum mehr für Überraschungen. Und dann kam die Eskalation.
Yllan Okou erhielt in der 34. Minute bereits eine gelbe Karte, eine weitere folgte in der 91. Minute, gefolgt von der roten Karte. Mame Wade hatte zuvor in der 71. Minute sein Gelb gesehen. Standard selbst zeigte mit Alexis Trouillet eine gelbe Karte, blieb aber sonst diszipliniert genug.
Die Zahlen bestätigen die Dominanz: 64 Prozent Ballbesitz, 128 Angriffe gegenüber 115, 566 Pässe gegen 310. Standard schoss 10 Mal, davon 4 aufs Tor, RAAL landete 5 von 12 Versuchen im Ziel. Die Quote bei Standard lag bei 36 Prozent, bei den Gästen bei 38 Prozent — doch ein Treffer reichte nicht, um das Ergebnis zu kippen.
Standard steht nun auf dem 7. Platz mit 8 Punkten aus 4 Spielen, RAAL ist mit nur 1 Punkt auf dem 15. Tabellenrang gelandet. Die Gastgeber verloren in der Vorrunde noch gegen Mechelen und Serkl Brügge, doch die defensive Stabilität zeigt sich jetzt. RAAL hat drei Niederlagen in Folge eingespielt und steht mit dem Rücken zur Wand.