Unentschieden nach Drama in der 90. Minute
Serckel Brügge und St. Trier endeten am Freitagabend im Jan-Breydel-Stadion mit 3:3. Die Partie der zweiten Runde der Jupiler Pro League lief wie ein Pendel, das zwischen den Mannschaften hin- und herwechselte. Wer den letzten Blick auf das Spiel hatte, sah nur noch einen Ball im Netz und zwei Teams, die sich die Punkte teilten.Der Start war schnell. In der ersten Minute hatte Ryan Merlen den besseren Reflex und schloss seine Chance ab. Serckel brauchte 27 Minuten, um zu antworten, dann traf Steve Ngoura. Interessant wird es, wenn man die Reihenfolge betrachtet: Gäste führten, Gastgeber glichen aus, und dann ging Merlen erneut vor die Kamera. 37. Minute, 2:2, und die Atmosphäre auf dem Platz änderte sich spürbar.
In der 47. Minute geschah, was viele vorhergesagt hatten. Nelson Ishiwatari nutzte eine Lücke und stellte die Gäste wieder in Führung. 2:3, und Serckel stand mit dem Rücken zur Wand. Die Gäste hatten ihre Chancen verwertet, die Gastgeber suchten nach einem Weg zurück. Die Halbzeitpause brachte keine Ruhe, sondern nur mehr Ungeduld.
Es dauerte bis zur 82. Minute, bis Erick Nunes den Ausgleich erzielte. Die Gastgeber hatten 116 Angriffe gefahren und 10 Eckbälle bekommen, doch erst jetzt kam der entscheidende Moment. Nebenbei fiel auf, dass St. Trier bei weniger Ballbesitz (45 Prozent) präziser war. 54 Prozent ihrer Schüsse gingen ins Ziel, bei Serckel waren es nur 31 Prozent.
Die 90. Minute brachte dann das, was ein Spiel zu einem unvergesslichen Abend macht. Loïc Mbe Soh köpfte den Ball ins eigene Netz. 3:3, und beide Teams sahen sich überrascht an. Eigentlich ein Tor für den Gegner, doch heute zählte es als Eigentor. Die Gäste verloren eine Chance auf drei Punkte, die Gastgeber gewannen einen Punkt, den sie nicht erwartet hatten.
Statistisch gesehen gab es wenig Überraschungen. Beide Mannschaften gewannen 19 Zweikämpfe in der Luft. Serckel dominierte den Ball, St. Trier war effizienter. 390 erfolgreiche Pässe gegen 321, doch die Qualität der Abschlüsse entschied über mehr als die Quantität.
In der Tabelle bedeutet das Unentschieden wenig Veränderung. Serckel bleibt auf Platz 14 mit zwei Punkten aus fünf Spielen. St. Trier hält mit acht Punkten den siebten Platz. Die Gastgeber haben noch nichts zu verlieren, die Gäste haben noch viel zu beweisen. Ein Spiel, das keine klare Aussage zulässt, aber den Charakter der Saison andeutet.