Am Samstagabend traf der FC Rostow auf den FK Kasan im Rahmen der vierten Runde der Premjer-Liga. Das Spiel endete 1:1, und nebenbei zeigt sich, wie fragil die Balance zwischen beiden Seiten war. Die Gastgeber lagen nach vier Minuten Führung schon wieder im Rückstand, bevor ein Elfmeter den Ausgleich brachte.
T. Suleymanov notierte sich zwei Treffer in Folge, 30. und 31. Minute, und Rostow stand nur noch zu zehnt, wenn man die Dynamik betrachtet. Ivan Komarov erhielt eine Gelbe Karte, Viktor Melekhin folgte direkt danach. Interessant wird es bei der Wende: Igor Vujačić wurde im Elfmeterbereich gefoult, der VAR griff ein, und J. Siwe verwandelte den Strafstoß in der 51. Minute zum 2:1.
Die Statistiken erzählen eine andere Geschichte. Rostow hatte mit 0,70 Expected Goals kaum offensives Potenzial, Kasan kam auf 1,43. Die Gastgeber schossen achtmal ins Strafraumgebiet, aber nur dreimal traf das Ziel. Kasan hatte es besser, vier Schüsse auf Ziel, aber drei davon gingen vorbei. Der Gastwart musste dreimal greifen, der Rostower gar nicht.
Im Mittelfeld dominierte Kasan mit 53 Prozent Ballbesitz und 255 Pässen in der gegnerischen Hälfte. Rostow spielte längerer und verteidigte tiefer, 42 Clearances stehen zu Buche, 211 Pässe in der Hälfte der Gegner. Taktisch stellte man auf Dreierkette um, um die Räume zu schließen, und nutzten den Standard, als es darauf ankam.
Nach dem Spiel liegen Rostow und Kasan nebeneinander in der Tabelle, beide mit sieben Punkten aus vier Spielen. Die Gastgeber haben zwei Siege, zwei Niederlagen, Kasan vier Unentschieden und einen Verlust. Der Sieg bleibt aus, aber der Punkt verteidigt sich selbst. Und dann war da noch die Substitution von Siwe in der 90. Minute, ein Zeichen dafür, dass man den Ball nicht abnehmen lassen wollte.