Red Bull Bragantino und Grêmio trafen am Sonntagabend in der Série A aufeinander. Das Spiel endete 1:0 für die Gastgeber, der entscheidende Treffer fiel erst in der 91. Minute. Es war ein Match, in dem die Tabelle nicht lügt, aber die Zahlen täuschen könnten.
In der 14. Minute war es kurzzeitig so weit: J. Herrera legte auf, der Ball ging ins Netz. Doch das VAR-System hatte anderes im Sinn. Der Treffer wurde annulliert. «Ein Fehler entscheidet», dachte man vielleicht, aber hier entschied die Technik. Die Gastgeber blieben unzufrieden, die Gäste atmeten auf. Bis zur 25. Minute, als Juninho Capixaba eine gelbe Karte sah, und kurz vor der Halbzeit folgte bei Grêmio die nächste Verwarnung für E. Noriega.
Der Anfang der zweiten Halbzeit war von Umstellungen geprägt. In der 46. Minute brachte Grêmio Tete. Bragantino antwortete in der 50. mit der gleichen Maßnahme. Erst in der 64. Minute holte der Coach bei den Hausherren gleich drei Spieler: F. Amuzu, Eric Ramires und J. Herrera kamen rein. In der 72. Minute folgte eine gelbe Karte für A. Sant'Anna, und Grêmio brachte Lucas Barbosa. Die Gelbsituationen häuften sich, Weverton und Wallace wurden in der 76. und 86. Minute verwarnt.
Interessant wird es bei den Zahlen. Bragantino kontrollierte 54 Prozent des Balls, Grêmio 46. Erwartete Tore: 2,86 zu 0,48. Vier große Chancen kreierten die Gastgeber, Grêmio null. Elf Schüsse wurden geblockt, fünf bei den Gästen. Die Schussgenauigkeit lag bei 15 Prozent, bei Grêmio bei 7. Viele Schüsse, ein Tor. Das ist die Mathematik des Fußballs, wenn die Qualität fehlt.
Und dann, in der 91. Minute, geschah es. Gustavo Marques fand das Netz. Ein Tor, das alles änderte. Die Gastgeber kehrten damit zur Siegesstraße zurück, nach zwei Niederlagen in Folge. Grêmio sackte weiter ab, die Serie aus drei Spielen ohne Sieg zog sich weiter. Die Tabelle sagt: Bragantino auf Platz neun mit 35 Punkten, Grêmio auf Platz 15 mit 28 Punkten. Der Unterschied von sieben Punkten fühlt sich jetzt größer an.