Darshil Shah will Bambus-Schläger gegen Weidenknappheit im Cricket
Weiden-Rohlinge kosten 120 statt 60 Pfund. Der Cambridge-Forscher Darshil Shah testet Bambus, doch die Regeln verlangen für Schläger bislang Holz.
Der Preis für einen Weiden-Rohling, aus dem ein Cricketschläger entsteht, hat sich in den vergangenen Jahren von 60 auf 120 Pfund verdoppelt. Der Guardian beschreibt, warum das Holz knapp wird und was ein Forscher aus Cambridge dagegen setzen will.
Aus einem Rohling, im Fachwort Cleft, wird genau ein Schläger. Weltweit spielen nach Angaben der Zeitung 200 Millionen Menschen regelmässig Cricket. Grossbritannien liefert 500.000 Clefts im Jahr, Kaschmir zwischen 1,5 und 3 Millionen. Die Rechnung geht nicht mehr auf, zumal Bauern in Kaschmir viele Weidenplantagen durch Pappeln ersetzt haben. Die wachsen schneller und sind bei der Holzindustrie gefragt. Für viele Spieler ist der fertige Schläger inzwischen zu teuer.
Darshil Shah, Associate Professor für Materialwissenschaft und Design an der University of Cambridge, setzt auf Bambus. Seit 2019 arbeitet er an der Idee. Damals leiteten Kollegen ein Projekt zu verleimtem Bambus für Gebäude, und Shah probierte aus, was sich aus den Resten als Schläger machen liess.
Die ersten Prototypen waren schwer und gaben den Ball um 30 % stärker zurück als Weide. Shah und sein Team nahmen Material weg, bis der Schläger einem Modell aus den 1990er-Jahren ähnelte. Ein weiteres Problem war die Haltbarkeit: Die Bambusschichten lösten sich ab.
Ein Schläger aus einem anderen Werkstoff wäre nicht der erste Versuch. Dennis Lillee trat im Dezember 1979 in Perth mit einem Aluminiumschläger ans Schlagmal, bis die Schiedsrichter dem ein Ende setzten. Lillee warf den Schläger wütend weg. Danach wurden die Regeln geändert: Ein Schläger muss aus Holz bestehen.
Das könnte bedeuten, dass sich für Bambus die Frage der Zulassung stellt, sobald er über den Prototyp hinauskommt. Denn die Regeln verlangen Holz.
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