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Interviews

Mike Dean weist Kritik an seinen Podcast-Aussagen zurück

Der frühere Schiedsrichter Mike Dean betont nach Kritik an seinen Podcast-Aussagen über bewusste Pfiffpausen, stets nach den Regeln gepfiffen zu haben.

Ex-Schiedsrichter Mike Dean zeigt und erklärt den Skandal um Mini-Spiele

Der frühere Schiedsrichter reagierte damit auf die Kritik, die seine Erzählungen in Jamie Vardys Podcast «Having a Party» ausgelöst hatten.

Dean hatte dort geschildert, wie er sich mit Kollegen während der Spiele die Zeit vertrieb: «Wir haben früher gesagt: Wir pfeifen jetzt an, mal sehen, wie lange wir ohne Pfiff auskommen.» Vor Einführung des Videobeweises sei ihm das mehrfach gelungen: «Das habe ich einige Male in der Premier League gemacht, vor dem VAR natürlich – bin 20, 25 Minuten ohne einen Pfiff ausgekommen.»

Ein anderes Spiel bestritt er nach eigenen Worten fast ohne den Mittelkreis zu verlassen: «Ich bin früher im Mittelkreis stehen geblieben und habe geschaut, wie lange ich dort bleiben kann, bevor ich ihn verlassen muss. Die Jungs standen an der Linie und sagten, das schaffst du nicht. Ich habe es versucht. Einmal habe ich es auf etwa 15 Minuten gebracht, ohne den Mittelkreis zu verlassen.»

Mark Halsey, ebenfalls ein ehemaliger Premier-League-Schiedsrichter, nannte die Schilderung gegenüber BBC Sport «unmöglich» – schon wenige Minuten ohne Pfiff seien kaum vorstellbar, geschweige denn mehr als 20. Halsey sagte, solche Aussagen setzten die heutigen Schiedsrichter zusätzlich unter Druck.

Dean schrieb am Freitag auf Instagram: «Mein Ansatz als Schiedsrichter war stets, dem Spiel seinen Lauf zu lassen, und wann immer möglich habe ich eine hohe Toleranzschwelle bei Kontakten angewendet, was die Spieler zu schätzen wussten. Sah ich jedoch ein Foulspiel, das ein Eingreifen erforderte, ahndete ich es aus der richtigen Position.» Weiter erklärte er: «Zu keinem Zeitpunkt war es meine Absicht, die Integrität des Schiedsrichterwesens in diesem Land infrage zu stellen oder zu untergraben. Ich habe den Beruf und die Verantwortung, die mit dem Amt des Schiedsrichters verbunden ist, immer respektiert.»

Nach eigenen Angaben stand Dean 25 Jahre lang als Profi im Amt. Nach Zahlen des Independent leitete er in 22 Jahren als Unparteiischer 553 Spiele im englischen Oberhaus.

Belege für die geschilderten Mini-Spiele gibt es bislang keine – Kollegen aus dem Schiedsrichterwesen äussern sich bekanntlich zurückhaltend dazu. Bestätigt ist bisher nur, dass die Aussagen selbst gemacht wurden, nicht aber, dass sich die Episoden so zugetragen haben. Bleibt es bei diesem Stand, dürfte die Episode vor allem den Ton der Debatte um Schiedsrichter in England verschärfen, ohne an den bisherigen Fakten zu Deans Laufbahn etwas zu ändern.

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