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Ratcliffe: Muslim-Fanklub fordert Rücktritt bei Man United

Der Manchester-United-Fanklub MUMSC verlangt nach umstrittenen Äußerungen Ratcliffes zu Einwanderung und Steuern seinen Rücktritt sowie den der Glazers.

Jim Ratcliffe im hellen Anzug und rotem gemusterten Krawatt, vor einem Bürofenster

Der Fanklub der muslimischen Anhänger von Manchester United, MUMSC, hat Mitbesitzer Sir Jim Ratcliffe zum Rücktritt aufgefordert. Anlass sind Äußerungen, die Ratcliffe am Wochenende in einem Interview mit der BBC machte und die der Klub als „völlig inakzeptabel" bezeichnete.

Ratcliffe beschrieb Großbritannien darin als Land „im Abstieg" – ein Land, das einst „das größte Weltreich" besessen habe. „Wir hatten das größte Weltreich der Welt. Wir waren ein großes Volk, wir haben zwei Weltkriege gewonnen. Wir waren ein gutes, ehrliches Volk. Aber leider glaube ich, dass sich das Land im freien Fall befindet", sagte er. Als Ursachen nannte er hohe Steuern und Einwanderung: „Niemand ist hart genug, um das Migrationsproblem anzugehen. Niemand ist hart genug, um das Problem der Sozialleistungen anzugehen. Aber irgendjemand wird es tun müssen."

Ratcliffe, Gründer des Chemiekonzerns Ineos und seit 2020 steuerlich in Monaco ansässig, sprach zudem darüber, dass Reichtum in Großbritannien anders als in den USA nicht anerkannt werde: „In Amerika applaudiert man Menschen, die Reichtum schaffen. Leider gibt es im Vereinigten Königreich derzeit ein wenig Neid gegenüber Reichtum." Sein Vermögen wird auf 15 Milliarden Pfund geschätzt.

Es ist nicht die erste derartige Äußerung. Vor sieben Monaten hatte Ratcliffe gegenüber Sky News gesagt, sein Land sei „von Einwanderern kolonisiert" worden, und sich später entschuldigt, falls die Bemerkung manche Menschen gekränkt habe. Genau darauf verweist MUMSC nun: „Wir hatten gehofft, dass eine Lehre daraus gezogen wurde. Offensichtlich ist das nicht der Fall."

Der Klub veröffentlichte auf X eine Erklärung, die er selbst als „Misstrauensvotum" bezeichnete: „Unsere Spieler, Mitarbeiter, Ordner, Sicherheitskräfte und Fans kommen aus verschiedenen Ländern, Kulturen, Ethnien, Religionen und Hintergründen. Manchester United wäre ohne sie nicht Manchester United. Manchester United gehört emotional nicht Investmentfonds, Aktionären oder Milliardären." Weiter heißt es: „Nach Jahren des Niedergangs, gebrochener Versprechen und wiederholten Scheiterns hat der Manchester United Muslim Supporters' Club das Vertrauen in die derzeitige Eigentümerstruktur des Vereins verloren. Genug ist genug. Es ist Zeit für Veränderung. Die Glazers und Sir Jim Ratcliffe müssen gehen."

MUMSC nannte die jüngsten Äußerungen „zutiefst enttäuschend und völlig inakzeptabel".

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