Nach sechzig Minuten hatte sich die Partie bereits in eine einseitige Offensive verwandelt, und dann kam der Moment, der alles drehte. Die New York City FC spielten auf dem Yankee Stadium gegen die New York Red Bulls, und es endete 0:1. Ein Ergebnis, das auf den ersten Blick nicht passt, wenn man die Zahlen betrachtet.
Früh schon zeigten sich die Spannungen. Mehmeti erhielt in der sechsten Minute die gelbe Karte, Cowell folgte in der zweiundzwanzigsten. Nebenbei fiel auf, dass beide Teams unterschiedliche Wege suchten: Die Gastgeber drängten nach vorne, die Gäste blieben kompakt. Cavallo in der dreissigsten, Sofo in der vierzigsten – die Karten häuften sich, während der Ball hauptsächlich auf einer Seite lag.
Interessant wird es in der fünfundfünfzigsten. Die Red Bulls hatten kaum Ballbesitz, aber als die Szene kam, nutzten sie sie. Julian Hall traf in der siebenundfünfzigsten Minute. Ein Treffer, der nicht aus einer grossen Chance resultierte, sondern aus der Fähigkeit, den richtigen Moment zu sehen. Die Gastgeber hatten drei Big Chances kreiert, doch der Torwart der Gäste blieb ungeschlagen.
Die Trainer reagierten. In der zweiundsechzigsten Minute brachten die City FC gleich vier Spieler gleichzeitig, um die Partie zu drehen. In der fünfundsiebzigsten und sechsundsiebzigsten Minute folgte die gegenseitige Antwort mit Ojeda. In der vierundachtzigsten Minute wurden Cowell, Mehmeti und Hall ausgewechselt – drei Spieler, die die Szene geprägt hatten.
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Die Gastgeber kontrollierten 63 Prozent des Ballbesitzes, hatten 77 Angriffe und 432 erfolgreiche Pässe. Die Expected Goals lagen bei 2,42, die Shots on target bei vier. Die Gäste hingegen: 37 Prozent Besitz, 55 Angriffe, 226 Pässe, 1,40 Expected Goals. Ein Schuss aufs Tor, ein Treffer. Die Stadt New York sah, wie Chancen vergeudet wurden.
Der Stand nach der zwanzigsten Runde zeigt den Abstand. Die Red Bulls stehen auf dem achten Platz mit 33 Punkten, die City FC auf dem neunten mit 32. Ein Punkt Unterschied, der jetzt nicht mehr so gering wirkt. Die Gäste beendeten eine Serie von zwei Spielen ohne Sieg, während die Gastgeber nach dem 2:0 gegen Real Salt Lake wieder den Anschluss verloren.
Wir hatten den Heimsieg vorhergesagt mit 54 Prozent Sicherheit. Der Matchplan der Gastgeber war klar, doch die Effizienz fehlte. Manchmal entscheidet nicht der Ballbesitz, sondern wer den Ball im Netz hat.