FHR klagt gegen IIHF-Ausschluss vor dem CAS
Russlands Eishockeyverband hat vor dem Sportgerichtshof CAS gegen die bis 2027 verlängerte Sperre geklagt. Die Verhandlung ist für Ende Oktober 2026 angesetzt.
Die Föderation für Eishockey Russlands (FHR) hat am 31. August die vollständige Klageschrift beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eingereicht. Ziel ist die Aufhebung des IIHF-Entscheids, russische Nationalmannschaften weiterhin von internationalen Wettbewerben auszuschliessen. Verbandspräsident Wladislaw Tretjak bestätigte den Schritt gegenüber dem Portal «Tschempionat».
Der Fall hat bereits mehrere Stationen hinter sich. Im Mai hob der Disziplinarrat der IIHF den Ausschluss zunächst auf. Ende Juli verlängerte der IIHF-Rat ihn jedoch bis 2027, mit Verweis auf anhaltende Bedenken zu Sicherheit und Integrität des Wettbewerbs. Die FHR reichte deshalb fristgerecht zunächst beim Disziplinarrat der IIHF Beschwerde ein und gelangte danach, nach einer Einigung mit dem Weltverband, direkt an den CAS. Die Verhandlung ist für Ende Oktober 2026 angesetzt.
Tretjak sprach von einem aufwendigen Verfahren: Sämtliche Aspekte hätten mit den Juristen sorgfältig ausgearbeitet werden müssen. Zum Ausschluss selbst sagte er:
Als kleinen Fortschritt nannte er zudem die Zulassung der russischen Studenten-Nationalmannschaften: Die Männer- und die Frauenauswahl nehmen im Januar an der Universiade teil.
In ihrer Mitteilung stellt die FHR klar, welche Bedeutung sie dem Verfahren beimisst: «Sollte der CAS entscheiden, die russischen Mannschaften zu den Weltmeisterschaften zuzulassen, wäre dieser Entscheid für die IIHF bindend.»
Sportminister Michail Degtjarjow äusserte sich auf seinem Telegram-Kanal zuversichtlich: «Das Recht liegt in diesem Fall auf russischer Seite.» Er verwies auf frühere CAS-Entscheide in anderen Fällen: «Der diskriminierende Charakter der Beschränkungen gegen unsere Sportler wurde bereits durch mehrere Entscheide des CAS in anderen Fällen bestätigt, darunter im Fall unserer Skilangläufer.»
Russische und belarussische Mannschaften sind seit Februar 2022 von IIHF-Turnieren ausgeschlossen. Bereits im März hatte Degtjarjow angekündigt, Sportministerium und FHR würden eine Klage vorbereiten, und dabei auf eine Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees verwiesen, russische und belarussische Athleten zumindest in Nachwuchsdisziplinen zuzulassen. Der IIHF-Rat hatte diese Empfehlung bisher nicht übernommen.
Fällt der CAS-Entscheid im Oktober zugunsten der FHR, wäre die IIHF laut deren eigener Mitteilung zur Zulassung verpflichtet.
Über diesen Beitrag
Von der Redaktion mit Hilfe von Algorithmen auf Grundlage der angegebenen Quellen erstellt