Unentschieden nach knappen Chancen
Hearts of Midlothian und Benfica haben am Donnerstag in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League ein 1:1 erreicht. Das Spiel endete unentschieden, nachdem beide Mannschaften jeweils einmal das Netz gezittert hatten. Interessant wird es, wenn man die Zahlen betrachtet: Benfica hatte mit 61 Prozent Ballbesitz und 123 Angriffe klar die Oberhand, schuf aber keine einzige Großchance.
Erst in der 54. Minute schien Hearts den Vorsprung zu holen. C. Miller traf, doch der VAR hob den Treffer wegen Abseits auf. «Und dann», sagt man in solchen Momenten, wenn ein Treffer nicht gilt. Die Gäste hatten in dieser Phase mehr Kontrolle, aber die Heimmannschaft blieb im Duell wachsam.
Die Wende kam spät. In der 77. Minute verwertete T. Magnusson den Ausgleich für Hearts. Eine Minute später antwortete Benfica durch D. Lukebakio. «Nebenbei» fiel auf, dass beide Mannschaften in der 64. Minute gleich drei Spieler austauschten. Die Substitutionen deuteten auf eine taktische Umstellung hin, als die Partie offen wurde.
Die Statistik erzählt eine andere Geschichte als das Ergebnis. Hearts schoss drei Mal ins Tor, Benfica fünf Mal. Bei den Gästen landeten acht Schüsse daneben, bei Hearts zwei. Beide Seiten hatten jeweils null große Chancen erstellt. Das Verhältnis ist zerrüttet: viele Bälle, wenig Gefahr.
Was das Ergebnis bedeutet, zeigt der Blick auf die vergangene Woche. Benfica hatte Hearts am 6. August mit 6:1 besiegt. Jetzt stand das Spiel um ein Tor. Hearts gewannen am 9. August noch 4:0 gegen Dundee United, Benfica kam gegen Académico Viseu auf 2:2. Die Tabelle der Qualifikation hat noch keine Bedeutung, aber die Formlinien ziehen sich durch.
Jonas Brehme