Am Sonntagabend trafen MT Melsungen und Rhein-Neckar Löwen im DKB-Pokal aufeinander. Das Spiel endete 35:33 für die Gastgeber aus Hessen. Die Hausherren zogen durch, nachdem sie in der ersten Halbzeit noch unter Druck geraten waren.
Es begann unruhig. Beide Teams brauchten Zeit, ihre Angriffe zu finden. Und dann kam der erste Unterschied: Melsungen fand früher den Rhythmus, die Löwen spielten weiter über den rechten Flügel, wo sie in den letzten Spielen oft ihr Spiel aufgebaut hatten. Nebenbei fiel auf, dass die Gäste in der Defensive immer wieder den Anschluss verloren, wenn der Ball von links nach rechts gewechselt wurde.
Interessant wird es ab der 25. Minute. Melsungen baute eine kleine Führung auf, die sie nicht mehr abgaben. Die Löwen versuchten, über schnelle Übergänge zurückzukommen, aber der Zugriff der hessischen Abwehr war zu dicht. Ließ viel laufen, wie es im Handball heißt – und dieser Lauf zählte am Ende.
In der zweiten Halbzeit gab es keine dramatischen Wendungen mehr. Melsungen kontrollierte das Tempo, die Löwen kämpften, aber fanden kein Mittel gegen die geschlossene Defensive. Das Spiel war entschieden, bevor das letzte Tor fiel.
35:33 – das Ergebnis zeigt eine Partie mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Wer genauer hinschaut, sieht: Melsungen nutzte ihre wenigen Fehler der Gäste. Die Löwen hatten zwar mehr Ballbesitz in der zweiten Hälfte, aber in solchen Spielen zählt die Tabelle nicht – sie zählt nur am Ende.
Wir hatten die Gäste favorisiert. Prognose lautete: Sieg für Rhein-Neckar, 60 Prozent Sicherheit. Der Matchplan der Löwen war klar – aber der Wechsel stockte genau dort, wo er hätte greifen müssen. Melsungen stand nicht falsch, aber sie warteten nicht. Die Fans trieben die Mannschaft nach vorn, als es darauf ankam.
Was bleibt, ist die Frage nach der Reihenfolge. Melsungen gewinnt, die Löwen verlieren. Der Sieg in Serie könnte für beide Seiten bedeuten, was er bedeutet – oder auch nicht. Am Ende zählt das Ergebnis, und das steht jetzt fest.