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Barry Melrose ist im Alter von 70 Jahren gestorben

Der frühere NHL-Verteidiger und langjährige ESPN-Analyst führte die Los Angeles Kings 1993 ins Stanley-Cup-Finale. Er litt seit 2023 an Parkinson.

Barry Melrose in kariertem Jacket, Porträt auf schwarzem Hintergrund

Barry Melrose ist tot. Der frühere NHL-Verteidiger, spätere Trainer der Los Angeles Kings und langjährige ESPN-Analyst starb im Alter von 70 Jahren. Der Sender machte die Nachricht am Mittwoch öffentlich, informiert hatte ihn Melrose' Ehefrau.

Melrose war 2023 an Parkinson erkrankt und zog sich damals aus der Analystenrolle zurück, die er bei ESPN über ein Vierteljahrhundert ausgeübt hatte. Der Sender würdigte ihn in einer Erklärung.

„Barry Melrose war über Jahrzehnte eine der unverwechselbarsten und vertrauenswürdigsten Stimmen im Hockey. Sein Wissen über das Spiel war tief, seine Offenheit erfrischend und seine Leidenschaft unverkennbar. Er war ein tragender Teil unserer Hockey-Redaktion, und Fans wie Kollegen schätzten seine mitreissende Art und seine charismatische Persönlichkeit sehr. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Er machte alles immer interessant, er wird fehlen", teilte ESPN mit.

Als Spieler bestritt Melrose, ein Verteidiger, 300 Partien in der regulären NHL-Saison und kam auf 33 Punkte (10 Tore, 23 Assists) sowie 728 Strafminuten. Begonnen hatte er 1976 bei den Cincinnati Stingers in der WHA, in seiner letzten Saison dort spielte er mit einem jungen Mark Messier zusammen. Nach der Auflösung der Liga wechselte Melrose 1979 zu den Winnipeg Jets in die NHL, später stand er für die Toronto Maple Leafs und die Detroit Red Wings auf dem Eis. Nach der Saison 1985/86 beendete er seine Spielerlaufbahn.

Als Trainer holte er zunächst Meistertitel in der AHL und in der kanadischen Juniorenliga, ehe ihn die Los Angeles Kings 1992 verpflichteten. Gleich in seiner ersten Saison führte er das Team um Wayne Gretzky bis ins Stanley-Cup-Finale 1993 – dort unterlagen die Kings den Montreal Canadiens mit 1:4 in der Serie. In den beiden folgenden Spielzeiten scheiterte Los Angeles bereits vor den Play-offs. 2008 übernahm Melrose noch einmal kurzzeitig ein NHL-Traineramt, bei den Tampa Bay Lightning, ehe er endgültig ins Studio zurückkehrte.

NHL-Commissioner Gary Bettman erinnerte an Melrose' unverwechselbares Auftreten an der Bande und vor der Kamera.

„Von den wallenden Locken seines unverwechselbaren Vokuhilas bis zu den weiten Revers seiner charakteristischen langen Anzugjacken – Barry Melrose war eine unverwechselbare Erscheinung, wann immer man das Glück hatte, ihm an der Eishalle zu begegnen oder ihn im Fernsehen zu sehen. Noch grösseres Glück hatte man, wenn man mit ihm ins Gespräch kam oder seine Analysen hörte, denn er weckte einem stets aufs Neue die Liebe zum Hockey-Spiel", sagte Bettman.

Wayne Gretzky, der unter Melrose in Los Angeles gespielt hatte, nannte ihn nach dessen Rückzug 2023 „grösser als jedes Team".

In späteren Jahren war Melrose vor allem durch Bart und zurückgekämmtes Haar erkennbar, wie Berichte festhielten – ein Bild, das sich vom Bettman beschriebenen Look früherer Jahre unterschied. Mit seinem Tod verliert ESPN eine der Stimmen, die den Sender seit dessen Einstieg in die Hockey-Berichterstattung Mitte der Neunzigerjahre geprägt haben.

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