ESPN unter Druck: Umstrittener Bericht zur Clippers-Affäre
ESPN-Mitarbeiter kritisieren die eigene Berichterstattung zur Clippers-Affäre um Steve Ballmer – die NBA bestrafte den Klub später mit hohen Strafen.
Beim Sender ESPN wächst der Unmut über die eigene Berichterstattung. Wie das Portal Status berichtet, sprechen Journalisten und Redakteure intern von einem «Imageverlust».
Am 17. August veröffentlichten mehrere Insider des Senders, darunter Shams Charania und Ramona Shelburne, einen Artikel, wonach die NBA bei Clippers-Besitzer Steve Ballmer keine Regelverstösse festgestellt habe. Ballmer stand im Verdacht, Kawhi Leonard über verdeckte Zahlungen an der Gehaltsobergrenze vorbei entlohnt zu haben. Die Liga bezeichnete den Artikel umgehend als ungenau.
Zwei Wochen später kam das gegenteilige Urteil. Die NBA verhängte gegen die Clippers eine Strafe von 30 Millionen Dollar, entzog dem Klub fünf Erstrunden-Picks und sperrte Ballmer für ein Jahr von der Klubführung. Über diesen Vorgang hatte diese Redaktion bereits am 4. September berichtet.
Laut Status nutzte die Klubführung der Clippers gezielt Insider von ESPN, um falsche Informationen zu streuen und Ballmers Ruf zu schützen. Die eigentliche Aufklärung des Falls stammt nicht vom Sender, sondern von Pablo Torre, einem ehemaligen ESPN-Mitarbeiter, der inzwischen unabhängig arbeitet und für seine Recherche einen Pulitzer-Preis erhielt.
Innerhalb des Senders wird ESPN vorgeworfen, als «Schutzschild für das Unternehmen» für einen Milliardär aufgetreten zu sein und die Faktenprüfung zugunsten von Klickzahlen hintangestellt zu haben. Dass die Sender-Führung bis heute kein offizielles Dementi veröffentlicht hat, sorgt für zusätzlichen Ärger.
Bleibt eine Richtigstellung weiterhin aus, dürfte der interne Druck auf die Chefredaktion von ESPN wachsen, zumal der Fall Torres unabhängige Recherche gegen die eigene Berichterstattung des Senders stellt.
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