Wer im Nordwesten von Buenos Aires, im Stadtteil Núñez, auf das Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti zugeht, betritt die größte Arena Südamerikas: knapp 85.018 Plätze, seit einiger Zeit unter dem Sponsorennamen Más Monumental geführt. Hier trägt die argentinische Nationalmannschaft ihre Heimspiele aus, in Weiß und Himmelblau, den Farben, die ihr den Namen La Albiceleste gegeben haben.
Der Verband, die Argentine Football Association, entstand 1893, das erste offizielle Länderspiel folgte 1901 gegen Uruguay, ein 3:2. Von dort aus wuchs eine Auswahl, die den südamerikanischen Fußball über ein Jahrhundert lang mitgeprägt hat.
Den Ton setzten dabei einzelne Turniere mehr als die schiere Zahl der Titel. 1978 entschied Mario Kempes das Finale gegen die Niederlande im eigenen Land, 1986 hob Diego Maradona den Pokal nach dem Sieg über Westdeutschland als Kapitän. 2022 in Katar drehte sich alles um Lionel Messi: ein 3:3 gegen Frankreich nach Verlängerung, entschieden im Elfmeterschießen, sein erster und einziger Weltmeistertitel nach 207 Länderspielen und 125 Toren, beides Rekordwerte für Argentinien. Bei der Copa América reicht die Bilanz bis 1921 zurück, 16 Titel stehen zu Buche, zuletzt 2021 und 2024.
Zwischen den großen Momenten lagen lange Durststrecken. Nach dem Titel von 1986 verlor Argentinien zwei weitere Weltmeisterschaftsfinals, 1990 gegen Westdeutschland und 2014 gegen Deutschland, jeweils mit 0:1. 36 Jahre vergingen zwischen dem zweiten und dritten Weltmeistertitel, eine Wartezeit, die erst mit dem Triumph von 2022 endete.