Hallgrimsson weist Vorwürfe um Bazunu-Rückzug zurück
Irlands Teamchef spricht von „vielen Lügen“ im Fall des Torhüters, der das Israel-Spiel aus Gewissensgründen ausließ. Das Rückspiel findet in Serbien statt.
Heimir Hallgrimsson hat vor dem zweiten Nations-League-Duell mit Israel Vorwürfe zurückgewiesen. Der irische Teamchef sprach am Mittwoch von "vielen Lügen", die im Zusammenhang mit dem Rückzug von Torhüter Gavin Bazunu verbreitet worden seien.
Irland hatte das erste Spiel in Ungarn am Sonntag 3:0 gewonnen. Bazunu war aus ethischen Gründen für diese Partie nicht angetreten, nachdem eine "Stop The Game"-Kampagne der Gruppe Irish Sport for Palästina zum Boykott aufgerufen hatte. Eine Petition dagegen sammelte fast 20.000 Unterschriften, zahlreiche Pubs in Irland zeigten das Spiel nicht und kündigten dies auch für Sonntag an.
Berichten zufolge war die Mannschaft nach einer internen Abstimmung über die Austragung gespalten, Bazunu soll von Mitspielern beleidigt worden sein. Hallgrimsson stellte das anders dar:
"Gavin ist ein großartiger Junge, ich hatte immer eine gute Beziehung zu ihm, und es ist wahrscheinlich schwieriger für ihn als für die anderen Spieler, aber sie haben ihn wirklich willkommen geheißen. Es wurden viele Lügen über all das erzählt, aber wir haben ihn zurückwillkommen geheißen, und er nimmt teil. Erstaunlich, ich finde, das zeigt auch seinen Charakter, bei uns zu sein. Also möchte ich ihn dafür loben. Ich möchte die Spieler dafür loben, wie willkommen sie ihn geheißen haben. Das Leben geht weiter. Er ist Teil dieser Gruppe, und ich finde, das zeigt, wie stark die Bindung zwischen diesen Spielern ist, dass nicht einmal so etwas uns zerbricht."
Bazunu steht für das Heimspiel gegen Österreich am Donnerstag im Aviva Stadium zur Verfügung, wird aber am Sonntag nicht mitwirken. Der irische Verband FAI hat die Partie gegen Israel nach Serbien verlegt und unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt.
Zur zweiten Begegnung sagte Hallgrimsson: "Der FAI hat gesagt, dass wir beide Spiele bestreiten. Das war unsere Absicht, als wir ins Camp kamen, und es ist immer noch unsere Absicht. Wir versuchen, uns auf den Fußball zu konzentrieren. Es ist bereits entschieden, dass wir die Spiele erfüllen werden. Es war hart, besonders für die Spieler. Es war wirklich hart. Wie in diesem ganzen Camp nehmen wir es fast Tag für Tag. Es ist bereits entschieden, dass wir die Spiele erfüllen werden." Auf die Frage, ob die Spieler ihn über ein weiteres Treffen zur Abstimmung informiert hätten, sagte er: "Nein, das haben sie nicht."
Eine nach FAI-Angaben "deutliche" Mehrheit der Spieler hatte sich für die Austragung des Auswärtsspiels ausgesprochen. Vor der eigentlichen Aufgabe gegen Israel steht am Donnerstag im Aviva Stadium zunächst Österreich an, Zweiter der laufenden Weltmeisterschafts-Qualifikation mit 4 Punkten aus 3 Spielen. Mittelfeldspieler Finn Azaz, der wegen seiner israelischen Wurzeln ebenfalls im Fokus stand, blieb beim Sieg über Israel auf der Bank.
Sollte sich das Muster aus der ersten Partie wiederholen, dürfte auch das Duell in Serbien stärker von den Begleitumständen als vom sportlichen Verlauf geprägt sein.
Über diesen Beitrag
Von der Redaktion mit Hilfe von Algorithmen auf Grundlage der angegebenen Quellen erstellt