Vier Weltmeistertitel stehen zu Buche, doch keiner wiegt so schwer wie der zweite: 1938 verteidigte Italien den Titel von 1934 als bislang einziges Team unter Vittorio Pozzo, dem einzigen Trainer, der die Weltmeisterschaft zweimal gewann. 2006 kam ein weiterer hinzu, unter Marcello Lippi, und er fiel in eine Zeit, in der der Calciopoli-Skandal die Serie A erschütterte – der Titel wurde in Italien als Antwort darauf gelesen. Dazwischen liegen zwei EM-Titel, 1968 und 2020, ein Olympiasieg 1936 sowie zwei Erfolge im Mitropapokal. Verloren wurden Finals 1970, 1994, 2000 und 2012 – Gli Azzurri, wie sie seit der Einführung des savoyisch-blauen Trikots 1911 heißen, kennen also auch die andere Seite großer Endspiele.
Aus dem Verband, der Federazione Italiana Giuoco Calcio mit Sitz in Rom, ging die Nationalmannschaft 1910 hervor; ihr erstes Spiel gewann sie in Mailand 6:2 gegen Frankreich, gegen das seither vom „Derby Europas" die Rede ist. Gegen Spanien heißt es „Mittelmeer-Derby", gegen Brasilien schlicht „Klassiker der Welt" – und keiner dieser Klassiker wird so oft erzählt wie das WM-Halbfinale 1982 gegen Brasilien, das Italien 3:2 gewann.
Einen festen Spielort gibt es nicht, die wichtigsten Partien trägt die Mannschaft im Stadio Olimpico in Rom aus, das gut 70.000 Plätze fasst. Genannt wird bei alldem am häufigsten Dino Zoff: 112 Länderspiele im Tor, und mit 40 Jahren, beim Titel 1982, der älteste Weltmeister der Geschichte.