Als sich portugiesische Mannschaften Anfang der 1920er Jahre erstmals im internationalen Rahmen messen wollten, war es die Portugiesische Fußballföderation, die diesem Vorhaben eine Form gab: Am 18. Dezember 1921 trat die Auswahl in Madrid zu ihrem ersten offiziellen Länderspiel an und verlor gegen Spanien mit 1:3. Aus dieser Begegnung erwuchs die älteste Rivalität der Mannschaft, das iberische Derby, das über die Jahrzehnte auch die andere Seite kannte – 1947 unterlag Portugal in England und gegen die Spanier gleich mit 0:10, ein Ergebnis, das lange nachwirkte.
Sportlich brauchte es Jahrzehnte, bis daraus etwas Zählbares wurde. 1966 erreichte die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft den dritten Platz, getragen von Eusébio, der mit neun Toren zum Rekordschützen des Turniers wurde. Der große Titel ließ dennoch bis 2016 auf sich warten: Im Finale der Europameisterschaft in Frankreich setzte sich Portugal nach Verlängerung mit 1:0 durch, nachdem man 2004 im eigenen Land noch gegen Griechenland gescheitert war. Die Nations League kam zweimal hinzu, 2019 im eigenen Land gegen die Niederlande und 2025 im Elfmeterschießen gegen Spanien – womit sich der Kreis zur ältesten Rivalität wieder schloss.
Getragen wird diese Geschichte von Spielern, die aus den eigenen Nachwuchsakademien hervorgingen. Cristiano Ronaldo, seit Jahren Kapitän, hält mit 146 Toren und 233 Länderspielen beide Rekorde der Mannschaft und spielt bis heute unter Jorge Jesus, der die Auswahl inzwischen trainiert. Vor ihm war es Luís Figo, der 2000 den Ballon d’Or gewann und über lange Zeit den Rekord an Einsätzen hielt, ehe Ronaldo ihn ablöste. Beide stehen für Sporting Lissabon, Benfica und den FC Porto, jene Vereine, aus deren Jugendarbeit die Nationalmannschaft seit jeher schöpft – so wie sie es schon 1921 in Madrid tat, als noch niemand von Titeln sprach.