Infantino soll Untersuchung zu Trump-Verbindungen kaum unterstützen
Der FIFA-Präsident soll den Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses „völlig unzureichend“ unterstützt haben. Jamie Raskin fordert Unterlagen zu Trump-Kontakten.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Untersuchung des Justizausschusses des US-Repräsentantenhauses zu den Verbindungen des Weltverbands zur Regierung von Donald Trump nach Angaben von The Athletic nur „völlig unzureichend“ unterstützt.
Der Demokrat Jamie Raskin, im Ausschuss der ranghöchste Vertreter seiner Partei, hatte FIFA Ende Juli schriftlich aufgefordert, alle Unterlagen zu Kontakten mit Trump, dessen Regierung und der Trump Organization offenzulegen. Die Frist lief am 9. August 2026 ab. Raskin verlangte zudem die Besucherlisten der FIFA-Büros in Miami und New York. FIFA solle Nachrichten über Signal, Telegram, WhatsApp, X und Truth Social sichern. Infantino selbst bat er zu einer aufgezeichneten Befragung.
In seinem Schreiben führt Raskin die Einnahmen von 15 Milliarden Dollar aus der Weltmeisterschaft auf ein „bevorzugtes“ Verhältnis zur Regierung zurück. Dazu kommen Ermittlungen der Generalstaatsanwälte von New York, New Jersey, Texas und Kalifornien wegen der dynamischen Ticketpreise beim Turnier.
Die Nähe zu Trump hatte sich schon vor dem Turnier abgezeichnet. Infantino überreichte ihm den neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis, den der Verband als Auszeichnung für „aussergewöhnliche Taten für Frieden und Einheit“ beschrieb. FIFA mietete Büroräume im Trump Tower in New York. Die Auslosung verlegte der Verband von Las Vegas nach Washington, ins John F. Kennedy Center.
Während der WM sorgte ein weiterer Fall für Aufsehen. Trump wandte sich an Infantino, damit dieser die Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun vor dem K.-o.-Spiel gegen Belgien prüfe. Balogun hatte im Spiel davor Rot gesehen. FIFA bestätigte später seine Spielberechtigung und erklärte, ein unabhängiger Ausschuss habe entschieden.
Infantino steht auch innerhalb des Fussballs unter Druck. Der französische Verband FFF entzog ihm am 10. September die Unterstützung und forderte eine Reform der Führungsstrukturen vor der Wahl 2027.
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